Interview des Tages: Dirk Hanel - "Wer hier gewinnt, wird zu Recht Weltmeister!"

Flaute am 2. Wettkampftag. Genug Zeit für den deutschen World Cup-Fahrer Dirk Hanel (36, Kalchreuth), um im Interview über sich selbst, den World Cup und die Entwicklung des Sports Auskunft zu geben. Dirk Hanel startet auf Sylt im Course Race und ist "nebenbei" Produktmanager bei North Kiteboarding.

Du hast vor einigen Wochen schon einen Weltmeistertitel gewonnen - IKA Course Racing Masters Produktionclass, der Weltmeistertitel der Über-35-jährigen. Wie bist Du in den Kitesurf World Cup Sylt gestartet?

Eher bescheiden! Die Bedingungen waren gestern ziemlich schwierig. Mein größtes Problem: die Back-to-back Rennen, die bei dem ablandigen Wind ziemlich weit draussen stattgefunden haben. Keine Chance, zwischendurch das Material zu wechseln. Wenn Du das Falsche hattest, dann gleich für zwei Rennen. Und ich hatte nicht nur meinen Dyno zu groß gewählt (13 qm) sondern auch noch zu lange Finnen und zu lange Leinen. Und solche Fehler verzeiht Dir die Konkurrenz nicht. Das Leistungs-Niveau hier auf Sylt ist enorm hoch. Das sind wirklich die besten Kiter der Welt. Die machen nichts anderes als Kiten. Und das merkt man?

 

Wie groß ist die Chance, dass Du Dich noch verbesserst?

Die ist hoffentlich groß. Sonst könnte ich heute nach Hause fahren! In der Regel ist es so, dass ich mich von Rennen zu Rennen verbessere. Ich kann dann die Konkurrenz besser einschätzen und vor allem komme ich selbst immer besser in Form. Aber ich messe mich normalerweise nicht an der Platzierung sondern eher an den anderen Fahrern. Da gibt´s immer so ein paar Rider, vor denen ich ins Ziel kommen will.

 

Denkst Du da an bestimmte Fahrer?

Eigentlich nicht. Das entwickelt sich meistens während des Wettkampfes. Da kristallisieren sich ein paar Konkurrenten heraus, mit denen ich mich dann „battle“. Und natürlich ist es mein ganz persönlicher Ehrgeiz, bester Deutscher zu werden?

 

Heute Vormittag lief gar nichts auf dem Wasser... zu wenig Wind. Wie vertreibst Du Dir da die Zeit?

 Ich gebe Interviews! Und ab und zu arbeite ich auch. Wir, das North-Team haben uns getroffen und über das Material für diese und die nächste Saison gesprochen. Und wir haben Boards, Bars und Kites noch ein bisschen getunt.

 

Stichwort "Material". Da hat´s im Course Race hat in den vergangenen Jahren eine extreme Entwicklung gegeben Was hat der normaler Kiter davon?

Der Freizeitkiter profitiert vor allem von dem besseren Material. Die Schirme gehen noch früher los, weil neues Material und neue Systeme entwickelt wurden. Für den Hobby-Kiter heißt das, er kann noch früher auf´s Wasser und seinen Sport ausüben. Und darüber hinaus profitiert der Sport als solcher, weil wir mit dem Course Race Kitesurfen zur olympischen Disziplin machen können. Das wiederum würde größere Akzeptanz des Sports in der Öffentlichkeit bedeuten.

 

Zurück zum World Cup: Was ist das Besondere am Spot Sylt?

Die Bedingungen sind besonders herausfordernd. Du kannst von heute auf morgen ganz andere Bedingungen haben: andere Windrichtung, andere Strömungsverhältnisse, andere Wellen, anderes Wetter. Wer hier ganz vorn mitfahren will, muss zu den besten Course Race-Kitern der Welt gehören und wird völlig zu Recht „Weltmeister“.

 

Vielen Dank , dass Du Zeit für uns hattest und viel Erfolg!

Gern geschehen!