US-Boy wird Race-Weltmeister und Norddeutscher „Jung“ ist auf EM-Kurs

US-Amerikaner Heineken und Britin Bridge holen sich Weltmeistertitel im Course Race – Deutscher Mario Rodwald auf EM-Kurs im Freestyle – 75.000 Besucher erlebten Kitesurf World Cup Sylt 2011

Mit einer feierlichen Siegerehrung ist am Nachmittag der Kitesurf World Cup Sylt am Brandenburger Strand von Westerland zu Ende gegangen. Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU) übergab die Pokale an die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt. Rund 160 Kitesurfer aus rund 28 Nationen hatten sich für den Kitesurf World Cup Sylt gemeldet und präsentierten spektakuläre Wettkämpfe in den Disziplinen Freestyle und Course Race. Der Kitesurf World Cup Sylt war damit die größte
Veranstaltung dieser Art weltweit.

Im Course Race, einem Geschwindigkeitsrennen auf einem Dreieckskurs, war der US-Amerikaner John Heineken das Maß aller Dinge. Der US-Boy gewann zehn von zwölf Rennen und sicherte sich so den Weltmeistertitel vor seinen Landsmännern Adam Koch und Bryan Lake.

Einen Achtungserfolg erzielte der erst 17 Jährige Florian Gruber aus Garmisch-Partenkichen. Im Ranking der besten Deutschen musste er sich nur Dirk Hanel (36, Kalchreuth) geschlagen geben. In der Gesamtwertung landete Gruber auf Platz 23, Hanel auf Platz 22. Damit gilt Gruber als eine der großen Nachwuchshoffnungen in der Disziplin Course Race, die 2016 olympische Disziplin werden könnte.

Die schnellste Frau beim Kitesurf World Cup Sylt war die Britin Steph Bridge. Die dreifache Mutter kam in neun von 12 Rennen als Erste ins Ziel und sicherte sich so souverän den Weltmeistertitel vor Katja Roose
(NED) und Nayara Licariao (BRA). Beste Deutsche wurden Kathrin Borgwardt (Neubrandenburg) auf Platz 6 und Christine Bönninger (Kiel) auf Platz 7.

Mario Rodwald (20, Rendsburg) hat die Freestyle-Wettbewerbe beim Kitesurf World Cup Sylt gewonnen. Der Schleswig-Holsteiner konnte sich erfolgreich gegen die Konkurrenten aus zehn weiteren europäischen
Ländern durchsetzen. Mit seinen waghalsigen Sprüngen und Rotationen bewies der Deutsche Meister vor mehreren tausend Zuschauern, dass er zur absoluten Elite im europäischen Kitesport gehört. Auf Platz 2
schaffte es der Franzose Sebastien Garat vor dem Niederländer Tijn van Esch.

Durch den Sieg auf Sylt sichert sich Mario Rodwald die ersten wichtigen Wertungspunkte für die Kitesurf Tour Europe 2011, die Europameisterschaft im Kitesurfen und setzt sich im Ranking an die Spitze. Die Europameisterschaft im Kitesurfen wird bei drei Tourstopps in Deutschland (Sylt), Italien (Neapel) und
Frankreich (Nantes) ausgetragen. Bereits vom 7. bis 10. Juli muss Mario Rodwald sich in Italien erneut gegen die europäische Konkurrenz behaupten. Im vergangenen Jahr war er Vize-Europameister
geworden.

Bei den Damen fanden die Finalläufe ohne deutsche Beteiligung statt. Am Ende hatte die Portugiesin Ines Correia das beste Gespür für die anspruchsvollen Bedingungen vor Sylt. Bei 5 bis 6 Windstärken aus
westlicher Richtung und Wellen bis zu vier Meter Höhe konnte sie in zwei Finalläufen die Jury überzeugen. Correia verwies die Polinnen Michalina Laskowska und die Joanna Litwin auf die Plätze 2 und 3.Beste Deutsche wurde Suse Brill aus St. Peter-Ording auf Platz 6.

Trotz der zum Teil widrigen Wetterverhältnisse erlebten rund 75.000 Zuschauer an sechs Wettkampftagen den Showdown der besten Kiter der Welt. Vor allem ein Kiteloop-Contest, der außerhalb der Weltmeister und
Europameisterschaftswertung stattfand, versetzte die Besucher in Erstaunen. Die bis zu 10 Meter hohen Sprünge kombiniert mit verschiedenen Tricks sorgten für reichlich Szenenapplaus. Neben der sportlichen Action lud eine attraktive Eventmeile zum Flanieren ein. Auch die abendlichen Livekonzerte von Élysée und verschiedenen Sylter Bands ließen sich viele Gäste nicht entgehen.